Von Richard Strauss
Kategorie: Bearbeitungen für Blasorchester
Richard Strauss ist einer jener Tonschöpfer, die zeit ihres Lebens immer wieder auch „Gelegenheitskompositionen“ zu Papier gebracht haben. Den Großteil dieser meist geringstimmigen Kompositionen widmete er seinen „lieben Verwandten der Familie Pschorr“. Im Jahre 1893 verfasste Richard Strauss den originellen ARABISCHEN TANZ für die Besetzung von Violine, Viola, Violoncello und Klavier. Auf dem Autograph vermerkte er in aller Deutlichkeit „Meinem lieben hochverehrten Onkel Herrn Kommerzienrat Georg Pschorr in innigster Dankbarkeit zu Weihnachten 1893 gewidmet“. Inspirieren ließ sich der damals noch relativ junge Meister zu diesem Werk - nach eigenen Angaben - von der ägyptischen Folklore. Ob diese musikalische Miniatur bereits vor dem Jahre 1900 aufgeführt wurde, ist bis heute nicht belegbar.
Die von Richard Strauss natürlich bewusst eingesetzte Monotonie dieses Stückes wird durch die Instrumentation für modernes Blasorchester zwar etwas farbiger, behält aber ihren besonderen Ausdruck in jeder Hinsicht bei. Da dieses „Tanz-Stück“ im Original nicht einmal zwei Minuten dauert, hat es Gottfried Veit - für die erweiterte Besetzung des Blasorchesters - dahingehend gestreckt, dass er den vierzigtaktigen Schlussteil in der Tonart der großen Obersekunde wiederholen lässt. Während die fast ausschließlich im Unisono erklingende Hauptmelodie von den Holzbläsern vorgetragen wird, steuern die Blechbläser nahezu nur sogenannte „Ostinati“ bei. Eine deutliche Bereicherung bilden aber die Perkussionsinstrumente (Congas, große Trommel, Hängebecken, Pauken, Triangel, Gong und Schellentrommel), die den orientalischen Charakter dieser Komposition ohrenfällig unterstreichen. Der Schwierigkeitsgrad des Arrangements für Blasorchester bewegt sich zwischen mittelschwer und leicht.